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Sicher wie ein Tresor
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Sind heutige Embedded-Systeme vor Viren und Hackern
geschützt? Wie lässt sich, gerade in Zeiten der Globalisierung, ein unerlaubter
Zugriff von außen auf die kundeneigene Anwendungssoftware verhindern? Nur mit
innovativen Security-Funktionen auf den Baugruppen. Die MSC Vertriebs GmbH hat
dazu auf ihrem COM-Express- Modul CXB-CD945 das TrustedCore-BIOS von Phoenix
Technologies implementiert und zusätzlich einen TPM-Chip (Trusted Platform
Module)von Infineon integriert.
Wenn es um Intellectual Property(IP) geht, hört der Spaß auf.
Der Schutz von Daten und Software vor Zugriffen von außen, z.B. durch Viren und
Hacker, wird auch im Embedded-Computing- Bereich immer wichtiger. Vor allem in
gefährdeten Anwendungsbereichen, die mit Geldtransfers, Urheberrechtschutz bei
Software, Schutz von persönreprälichen Daten zu tun haben, müssen Security-
Funktionen für einen hohen Schutzgrad sorgen. Doch immer mehr soll - gerade in
Zeiten der Globalisierung - auch in Applikationen der Industrieautomatisierung,
Medizintechnik und im Gaming- Bereich der Zugriff auf das kundeneigene Know-how
verhindert werden. Heutzutage lässt sich dies nur durch mit hohem Aufwand
entwickelte, proprietäre Lösungen sicherstellen.
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Mit der Initiative „Trusted Computing“ hat MSC auf die erhöhten
Sicherheitsanforderungen reagiert und auf der COM-Express- Plattform CXB-CD945
spezielle Security- Funktionen integriert. In enger Zusammenarbeit mit Phoenix
wurde die Baugruppe mit „Chain-of-Trust“- Funktionalitäten, z.B. dem TrustedCore
BIOS, ausgestattet. Erreicht wird damit ein erhöhter IP-Schutz, da nur
zertifizierte kundeneigene Anwendungssoftware auf der Baugruppe ausgeführt wird.
Durch diese Maßnahmen lässt sich der einfache Nachbau der auf standardisierter
Hardware basierenden Geräte verhindern.
Die Grundlage für die von Phoenix im Rahmen ihrer Initiative „Secure from the
Start“ entwickelten Produkte sind die von dem Industrie-Konsortium Trusted
Computing Group (TCG) definierten Spezifikationen. Die TCG wird angeführt von
den Unternehmen Infineon, Intel, Microsoft, AMD, HP, IBM und Sun. Die aktuelle
Version 1.2. hat das Ziel, Rechner mit umfangreichen Security-Funktionen
auszustatten. Damit lässt sich in einer geschlossenen Kette vom Einschalten des
PCs bis zum Start der Anwendungssoftware die Integrität und Authentizität eines
Systems sicherstellen. Tritt innerhalb der ausgeführten Aufgaben ein
Sicherheitsfehler auf, wird der Prozess sofort angehalten.
Das TrustedCore-BIOS sorgt für die nötige Sicherheit
Ein zentraler Baustein der Chain of Trust von Phoenix ist das
TrustedCore-BIOS, das im Softwaremodul StrongROM in einem geschützten
Speicherbereich die benötigten Sicherheitsfunktionen zur Verfügung stellt. Dazu
gehören Verschlüsselungs- und Hashing-Algorithmen (AES, RSA, SHA-1),
Zufallszahlengenerator, Signaturverifikation und eine sichere
Schlüsselverwaltung. Die Hash-Funktion erlaubt es, aus Codeabschnitten einen
komprimierten Schlüsselwert als repräsentatives Abbild des Moduls zu berechnen.
Um zu gewährleisten, dass der Code nicht ausgelesen oder verändert werden kann,
wird StrongROM zur Boot-Zeit aus dem Flash in einen gesperrten Bereich des
SMM-Speichers geladen.
Der im StrongROM implementierte Device Master Key (DMK) ermöglicht eine
eindeutige Identifizierung des Embedded- PCs im Netzwerk oder in entsprechend
geschriebenen Applikationen. Damit lässt sich auf einfache Weise sicher stellen,
dass keine kopierte Software auf anderen Rechnern betrieben werden kann.
Abgelegt wird dieser Schlüssel in einem sicheren Speicher, entweder im
CMOS-Memory oder im Flash.
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Das COMExpress-Modul CXB-CD945 basiert auf den Intel-Chipsätzen 82945GM
Northbridge und ICH7-M Southbridge
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Basierend auf den TCG-Spezifikationen
Um Manipulationen des BIOS-Codes zu verhindern, aber dennoch
Support und Wartung beim Endkunden zu erlauben, kann beim TrustedCore-BIOS ein
Update nur mit einem signierten File erfolgen. Dabei nutzt das Update-Tool
SecureFlash die Sicherheitsfunktionen von StrongROM, um die Gültigkeit des
Update-Files zu verifizieren. Mit diesem Verfahren werden versehentliches
Überschreiben des aktuellen BIOS-Codes, Programmieren der falschen Firmware und
vor allem böswillige Manipulationen des TrustedCore- BIOS verhindert.
Zur Identifizierung des Systembenutzers kann bereits zu Beginn des
Boot-Vorganges die BIOS-Plattform mit dem Pre-Boot-Authentication-Modul (PBA)
erweitert werden. Die Authentifikation führt automatisch zur Entsperrung der
Festplatte. Anschließend wird der bereits verifizierte Berechtigungsnachweis
über das Microsoft-GINA-Protokoll an das Betriebssystem weitergegeben, welches
dann ohne weiteren Login bootet. Als Nachweis der Identität dienen
unterschiedliche Verfahren, wie z.B. die herkömmliche Passworteingabe über eine
Tastatur, eine Smartcard, ein USB-Stick (Smart Token) oder ein
Fingerprint-Sensor.
Um die Chain of Trust über das Trusted-Core-BIOS hinaus zu schließen, werden
auch die weiteren, vom Master Boot Record (MBR) ausgeführten Boot-Schritte, z.B.
das Laden des Bootloaders des Betriebssystems, entsprechend abgesichert. Zu
diesem Zweck enthält der BIOS-Code ein optionales Authentication-Modul, das
sowohl den MBR als auch den Boot-Sektor auf Integrität prüft. Je nach
Betriebssystemkonfiguration lassen sich durch das so genannte ESM (Extended
Security Module) auch Teile des Betriebssystems überprüfen. So wird jegliche
Lücke bis zur vollständigen Übernahme der Kontrolle durch das Betriebssystem
geschlossen. Falls einer der gesicherten Bereiche dieser Kette manipuliert
wurde, wird der Boot-Vorgang angehalten und die Ausführung nicht authorisierter
Software sicher verhindert.
Für besonders sicherheitskritische Anwendungen wurde das COM-Express- Modul
CXB-CD945 zusätzlich mit dem Trusted Platform Module (TPM) von Infineon
ausgestattet. Anders als eine Chipkarte beruht das gemäß der TCG-Spezifikation
ausgelegte TPM auf einer standardisierten Architektur mit offenen
Schnittstellen. Das TPM ist bei Büro- und Home- PCs heute Standard, es wurden
bereits einige Millionen PCs mit integriertem Sicherheitschip verkauft.
Asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren
Das verwendete TPM basiert auf Infineons 16 Bit breiter
Sicherheitscontroller-Familie und einer in einem EEPROM gespeicherten Firmware
mit einem standardisierten Security-Funktionsumfang. Der Baustein kommuniziert
über den Low- Pin-Count-Bus (LPC) und enthält eine Verschlüsselungseinheit (ACE)
mit RSAUnterstützung bei einer Schlüssellänge bis zu 2048 Bit. RSA ist ein
asymmetrisches Verschlüsselungsverfahren, das ein Schlüsselpaar bestehend aus
einem öffentlichen (public) und einem geheimen (private) Schlüssel verwendet.
Wird ein öffentlicher Schlüssel zu Verschlüsselung einer Nachricht verwendet,
kann nur der im TPM intern abgespeicherte private Schlüssel die Nachricht
entschlüsseln.
Zusätzlich wurde in das TPM ein Hardwarebeschleuniger zum Abarbeiten eines
SHA-1-Hash-Algorithmus integriert. Mit dem Public-Schlüssel lässt sich der
verschlüsselte Hash entschlüsseln und letztlich der Verfasser authentifizieren.
Zum Generieren qualitativ hochwertiger Zufallszahlen dient ein True Random
Number Generator (TRNG). Die hardwaregestützten TPM-Funktionen können nahtlos in
das TrustedCore-BIOS eingebunden werden und ergänzen so die bereits vorhandenen
Softwaresicherheitsfunktionen. Um die optimale Integration eines TPM zu
gewährleisten, bietet MSC eine entsprechende Beratung und Support an. Lauffähig
ist die COM-Express- Plattform CXB-CD945 unter dem auch auf Security-Funktionen
ausgelegten Betriebssystem Windows Vista von Microsoft.(hh)
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Chain of Trust: Alle Aufgaben werden Schritt fur Schritt auf ihre Integritat
gepruft. Die Basis bilden das BIOS (Boot Block) und das Trusted Platform
Module(TPM).
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COM-Express-Plattform CXB-CD945
Die Plattform von MSC ist mit einem Intel-Core-2-Duo-Prozessor T7400 (Merom)
mit 4 MByte Level-2-Cache bestückt. Der Prozessor arbeitet mit einer Taktrate
von 2,16 GHz und liefert 667 MHz über den Frontside-Bus. Für Anwendungen, bei
denen es auf eine niedrige Verlustleistung ankommt, ist das Modul auch mit dem
Celeron-M-Prozessor ULV (Ultra Low Voltage) 423 verfügbar. Der Prozessor weist
eine Verlustleistung von nur 5,5 W (Thermal Design Power) bei einer Taktrate von
1,06 GHz auf. Für sehr hohe Datenübertragungsraten sorgen ein auf dem Modul
integriertes PCI-Express x16-Interface und vier PCI-Express-x1-Schnittstellen.
Zusätzlich sind zur Kommunikation mit Peripheriegeräten acht USB 2.0 Ports
vorhanden. Die Speicherung großer Datenmengen ist über zwei SATA-II-Anschlüsse
mit 300 MByte/s möglich. Das COM-Express- Modul basiert auf dem Intel-Chipsatz
82945GM Northbridge in Kombination mit der ICH7-M Southbridge und bietet
3-D-Grafik.
Der im Chipsatz integrierte Graphics Media Accelerator 950 nutzt bei einer
Bandbreite bis 10 GByte/s einen Videospeicher mit einer maximalen Kapazität von
224 MByte. Um Dual-Display-Lösungen zu unterstützen, kann die Grafikausgabe über
CRT und LVDS (oder auch Dual LVDS) gleichzeitig erfolgen.
Dieser Fachbeitrag wurde nach Unterlagen der MSC Vertriebs GmbH von Holger
Heller, Elektronikpraxis verfasst und ist unter der Rubrik Embedded Computing in
ELEKTRONIKPRAXIS Marktreport Embedded Systeme - Februar 2007 erschienen.
Download:
Artikel "Sicher wie
ein Tresor" [PDF 200KB]
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