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MSC verstärkt HF-Aktivitäten

Optimierte Lösungen für verschiedene Zielmärkte

Ob im Consumer-Bereich, der Industrie- und Gebäudeautomation, der Medizintechnik oder im Transport- und Logistikwesen: Die drahtlose Kommunikation ist überall auf dem Vormarsch. Trotz gewisser Schnittmengen sind die technischen Anforderungen in den jeweiligen Bereichen allerdings nur schwer unter einen Hut zu bringen. Bei der MSC Vertriebs GmbH will man deshalb künftig verstärkt applikationsspezifisch optimierte Lösungen anbieten.

Walter Puhl, seit Anfang dieses Jahres Leiter der HF/RF-Abteilung bei MSC, bringt das Problem auf den Punkt: »Das Thema drahtlose Kommunikation ist zwar inzwischen in aller Munde. Aber was sich hinter Begriffen und Abkürzungen wie Wireless LAN, Bluetooth, ZigBee, NFC, RFID etc. tatsächlich verbirgt, welche Technologien für welche Anwendungen in Frage kommen oder nicht, wissen nach wie vor nur die Wenigsten. Dieses Wissensdefizit hat auf der Anwenderseite mitunter fatale Fehlentscheidungen zur Folge, die im Nachhinein oft nur mit hohem Kosten- und Zeitaufwand wieder zu korrigieren sind.«

Damit potentielle Kunden erst gar nicht in diese Verlegenheit kommen, will man bei MSC die Produktpalette des HF/RF-Bereichs künftig noch mehr als bisher auf die speziellen Bedürfnisse unterschiedlicher vertikaler Märkte ausrichten. »Unser Ziel ist es, zusammen mit einigen wenigen, durch ihre Produkt- und Qualitätspolitik besonders qualifizierten Herstellern wie Atmel oder unserem neuen Partner Panasonic Industrial Europe jeweils optimierte Lösungen für Bereiche wie die Industrie- und Gebäudeautomation, Medizintechnik oder das Transport- und Logistikwesen anbieten zu können. Wenn man die in den jeweiligen Bereichen vorhanden Überschneidungen geschickt nutzt, lassen sich nicht nur technologisch, sondern auch wirtschaftlich interessante Synergien nutzen«, ist sich Puhl sicher. Als Beispiel nennt der Wireless-Experte den Bereich »Industrial Automation« und die Vernetzung der immer intelligenteren und in immer größerer Vielfalt eingesetzten Sensoren. Durch die Kombination von Technologien wie 802.15.4 und 6loWPAN-Stack mit Produkten wie dem ATMEGA128RFA1 von Atmel oder dem PAN4555-Modul von Panasonic lassen sich inzwischen intelligente und sogar selbstheilende sichere Mesh-Netze kreieren.

Gebäudeautomation und Medizintechnik

Der 802.15.4-Standard spielt international auch bei Themen wie Smart Grid bzw. Smart Metering in der Gebäudeautomation eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu den Lösungen in der Industrieautomation wird hierbei lediglich ein anderer Stack eingesetzt: der in der ZigBee Alliance spezifizierte Smart Energy Stack. Einen ganz anderen Lösungsansatz verfolgt der in Deutschland und einigen zentraleuropäischen Ländern favorisierte Wireless-M-Bus, der das 868-MHz-ISM-Band nutzt. »Die Produkte von Atmel und Panasonic schaffen uns in beiden Fällen den nötigen Spielraum, um zusammen mit unseren Kunden zu einer Ideallösung zu finden«, ist sich Puhl sicher. Dank der innovativen Bluetooth-Lösungen von Panasonic mit Health Device Profile (HDP) sieht man sich bei MSC inzwischen auch bestens für den stark wachsenden Medical-Appliances-Markt gerüstet. Im Laufe des Jahres will man zudem als eines der ersten Unternehmen Low-Energy-Bluetooth-Module anbieten können.

»Die kompatible Vernetzung von Geräten unterschiedlicher Hersteller mittels intelligenter Bluetooth-Funkverbindungen birgt in den nächsten Jahren gerade in der Medizintechnik und im Health-Care- bzw. Wellness-Bereich immenses Wachstumspotential«, so Puhl. »Bluetooth mit HDP und Low-Energy-Bluetooth-Module werden hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Umso erfreulicher ist es für uns, dass wir durch die Zusammenarbeit mit Panasonic schon heute eines der innovativsten und breitesten Produktportfolios in diesen Segment anbieten können.« Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit Panasonic im Medizintechnik- und Health-Care-Bereich nicht zuletzt auch deshalb, weil MSC seit vielen Jahren ein eigenes Medizintechnik- R&D-Center unterhält. Hier steht nicht nur ein Vielzahl von Referenz-Designs für Blutdruckmessgeräte, Patienten-Monitore, EKG-Geräte etc. zur Verfügung, sondern die Entwicklungsteams verfügen dank ihrer langjährigen Erfahrungen auch über das nötige System-Know-how, das für die Errichtung drahtloser hersteller- und produktunabhängiger Kommunikationsplattformen wichtig ist.
Das tiefe technische Know-how ist es letztlich, das laut Puhl die gesamte Unternehmensstrategie und damit auch die Ausrichtung des HF/RF-Bereichs von MSC prägt: »Der gravierendste Unterschied zu den meisten Wettbewerbern ist definitiv die hohe Systemkompetenz der MSC-Gleichmann-Gruppe. Dem Kunden ein einzelnes Bauteil zu liefern, ist keine große Kunst, das kann im Prinzip jeder Distributor. Ihn aber in allen Phasen von der Applikationsentwicklung bis in die Fertigungsebene hinein kompetent unterstützen, das kann außer MSC eigentlich keiner. Diesen Vorsprung zu halten und wenn möglich weiter auszubauen, ist unser erklärtes Ziel.«

Transport und Logistik

Gleiches gilt auch für den stark wachsenden Fokusbereich »Transport und Logistik«. GPS-basiertes Fahrzeug-Tracking, Datentransfer über GPRS und UMTS, Sensornetzwerke für Logistik- und Containeranlagen und RFID-basierte Warenflusskontrolle sind nur einige der Herausforderungen, mit denen sich Komponentenhersteller und Distributoren gleichermaßen konfrontiert sehen. MSC deckt diesen Markt heute sowohl mit chipbasierten RFID-Lösungen von Atmel als auch mit kompletten, von einem eigenen MSC-Team vermarkteten Tracking-Endgeräten des Herstellers Falcom ab. Auch hier ist man laut Puhl zu der Überzeugung gelangt, dass es heutzutage nicht mehr ausreicht, einen innovativen RFID-Chip-Hersteller wie Atmel und ein paar Peripheriekomponenten im Programm zu haben, um potentielle Kunden wirklich zufriedenstellen zu können. Sein Fazit: »Wer in diesem komplexen und technisch anspruchsvollen Bereich als Distributor nachhaltig erfolgreich sein will, muss seinen Kunden jede Art von Unterstützung bis hin zur kompletten kundenspezifischen Lösung anbieten können.« (nk)

Interview

Walter Puhl MSC, Leiter der HF/RF-Abteilung

veröffetnlicht in:

Markt&Technik 14/2010 S.26

Redaktion:

(nk)

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